ingenieurbüro für interdisziplinäre konzeption von anlagen der technischen gebäudeausrüstung

Siedlungswerk Ravensburg

Heizungsverbund Eriskrich

 Energiegutachten / Mängelbeseitigung

 

Heizungsanlage ca. 170 kW
Typ Warmwasser - Ölzentralheizung
Abgasverluste 9 %
WW- Speicher TBS ISOCAL 500 l, monovalent
mit Temperaturregelung bis max. 70°C  
Heizkreise                               1 Mischerkreis, 1 ungeregelter HK
  1 Trinkwarmwasser - Ladekreis
Zirkulation                              50 W –TWW Umwälzpumpe
Wasseraufbereitung Catronic C3, physikalisch
   

 

-          mangelnde Warmwasserbereitung , fehlende Kapazität

-          z.T. fehlende Wärmeisolierung an Rohrteilstrecken

-          unnötig hohe Heizkreis-Vorlauf-Temperaturen ( Ta=14 °C, Tvl= 85 °C)

-          Zirkulationspumpe <- Zeitschaltuhr ?

-          mangelnde Durchströmung von Heizkörpern

-          Vorlauftemperatur TWW- Speicherbeladung zu hoch

-          Wasseraufbereitung prüfen

 

Sanierungskonzept

Es wird empfohlen, eine Überprüfung des vorhandenen TWW- Speicher in beiden Gebäuden zu beauftragen, da ohne weitere innere Sichtprüfung nicht davon ausgegangen werden kann, dass der Speicher defekt oder nicht mehr funktionstüchtig ist  – dies auf jeden Falle im Zusammenhang mit einer Funktionsprüfung der vorhandenen physikalischen Wasseraufbereitungsanlage.

Bei Ortstermin war trotz Betrieb der Speicherladepumpe keine nennenswerte Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf (< 3 K) zu beobachten, was unter den gegebenen Umständen auf mangelhaften Wärmeübergang der internen Wärmetauscherflächen schließen lässt. Wir raten, die Ladetemperatur auf ca. 65 bis 70 ° C zu begrenzen, um eine erneute Verkalkung der Tauscherflächen – auch bei einem neuen TWW- Speicher -  zumindest zeitlich zu entschärfen. Falls der Speicher ausgetauscht werden muss, wird  im Hinblick auf eine eventuelle solare Nutzung ein bivalenter Speicher empfohlen, wobei die beiden internen Glattrohr- Wärmetauscher bis zur Installation einer Solaranlage in Reihe geschaltet werden – Volumen ca. 750 l . Hier kann im Bedarfsfall „Solar“ die Anlage um weitere Speicher ergänzt werden (siehe Solaranlagenkonzept).

 

Insgesamt herrschen im System sehr hohe Temperaturverhältnisse, dies zeigt sich am sehr warmen Aufstellort trotz großzügig dimensionierter Belüftung des Heizraums. Der Heizkessel wird im Hinblick auf das Wärmeverteilnetz mit Hilfe der Kesseltemperaturregelung auf einer Temperatur von > 85°C gehalten. Hier besteht das größte Einsparpotential. Es bedarf einer sukzessiver Einregulierung des Systems, abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf , wobei die notwendigen Beladetemperaturen des Trinkwarmwassersystems natürlich Vorrang haben. An der Schaltuhr der zentralen Regelung sollten die Zeiten für die Nachtabsenkung oder -abschaltung sowie die speziellen Wochenend- Heizprogramme für die entsprechenden Mischerkreise geprüft oder neu festgelegt werden.

Trotz unwirtschaftlicher Vorlauftemperaturen ( bei +14°C Außentemperatur ) von ca. 85 °C werden laut Aussage von Bewohnern einzelne Heizkörper nicht oder nur mangelhaft durchströmt. Dies deutet auf einen mangelnden Abgleich des Systems hin, was jedoch mit einer drehzahlgesteuerten Umwälzpumpe zu lösen versucht wurde. Hier empfehlen wir dringend eine Nachjustierung und eine manuelle Voreinstellung der vorhandenen Heizkörperventile – in jedem Falle technisch machbar.

Weiterhin auffällig ist , dass z.T. Rohrleitungen und Armaturen nicht wärmeisoliert sind – dies bedarf einer Nachbesserung.

 

Zur Situation der Warmwasserzirkulation kann folgendes gesagt werden:

Brauchwasseranlagen mit Warmwasserzirkulation durch Pumpen sind mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur Abschaltung der Zirkulationspumpen außerhalb der Nutzungszeiten zu versehen. Von einer Nachrüstungspflicht sind Anlagen für Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen ausgenommen. Zirkulationspumpen für das warme Wasser müssen nicht rund um die Uhr betrieben werden. Die derzeit installierte Pumpe mit einer Leistungsaufnahme von 50 W verursacht jährliche Kosten von DM 130,-- bei einem Energieverbrauch von ca. 440 Kilowattstunden. Wird die Pumpe über entsprechende Zeitfenster (8 h /Tag) betrieben, können ca. 300 Kilowattstunden Energie pro Jahr eingespart werden. Hier sollte eine Überprüfung der vorhandenen Regeleinrichtungen auf Programmierung von Schaltzeiten ggf. eine Nachrüstung eines Regelgerätes ( Zeitschaltuhr) stattfinden.

 

Im Prinzip gilt für die Brucknerstrasse ähnliches wie für die Mozartstrasse ( den Erfordernissen nicht angepasste Temperaturverhältnisse).

Vor allem fällt auf, das es aufgrund der regelungstechnischen Einrichtungen von extern nicht möglich ist, eine Warmwassersolltemperatur vorzugeben – hier herrscht unmittelbarer Handlungsbedarf, da aufgrund der unzulässig hohen Warmwassertemperaturen an den einzelnen Zapfstellen eine offensichtliche Verbrühgefahr besteht. Eine Zeitsteuerung ist vorhanden, die Schaltzeiten sind entsprechend der Nutzung korrekt eingestellt.

Eine Überprüfung der Wasseraufbereitung ist hier ebenfalls erforderlich.

Entsprechende Nachbesserungen hinsichtlich Wärmedämmung sind notwendig.

 

Bei Erneuerung der Heizkesselanlage wird der Einsatz eines Ölbrennwertgerätes oder die Installation eines Niedertemperaturkessels mit nachgeschaltetem Abgaswärmetauscher empfohlen. Derartige Brennwertgeräte gewinnen aus den Abgasen des Wärmeerzeugers einen großen Teil der fühlbaren und latenten Wärme zurück. Da sich der Kesselwirkungsgrad auf den sogenannten unteren Heizwert bezieht und bei dieser Technologie der Brennwert von Öl oder Gas genutzt wird, lässt sich der Wirkungsgrad auf über 100 % steigern. Das bedeutet Energieeinsparung. Die Abgase werden über nachgeschaltete Heizflächen des Kessels geleitet. Durch die niedrigen Temperaturen des Abgases kondensiert der im Abgas enthaltene Wasserdampf an der Oberfläche des Wärmetauschers bereits im Kessel. Dieses Kondensieren, die Nutzung des Energiegehaltes des im Abgas befindlichen Wasserdampfes, bezeichnet man in der Heiztechnik als Brennwertnutzung. Brennwertgeräte (Gas oder Öl) haben besonders große Wärmeaustauschflächen für die Wärmeübertragung zwischen den Abgasen und dem Heizwasser. Die Geräte sind so gebaut, dass sich das Kondenswasser sammelt und abgeleitet werden kann. Die "kühlen" Abgase können über feuchteunempfindliche Schornsteine (bei Unterdruck) oder über zugelassene Abgasleitungen aus Glas, Kunststoff, Edelstahl, Keramik oder Aluminium ins Freie geleitet werden. Die Abgasleitungen sind im Gebäude in feuerbeständigen Schächten (z. B. Schornstein) zu verlegen. Bei der Heizungsmodernisierung muss der vorhandene Schornstein überprüft werden, um Versottungen vorzubeugen. Für Brennwertkessel sind alte bisher bekannten Warmwasserbereitungen möglich: Durchfluss- Warmwasserbereiter und Warmwasserspeicher von 70 l bis ca. 1000 l können angeschlossen werden.

 

Im Zusammenhang mit der Sanierung und Optimierung der bestehenden Heizungsanlage soll geprüft werden, inwieweit eine thermische Solaranlage zur Trinkwasser-Erwärmung integriert werden kann. 

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